FAQ Lektorat/Korrektorat

Im freien Lektorat werden viele unterschiedliche Aufgaben durchgeführt: Mal muss man neue Texte schreiben oder alte Texte überarbeiten, mal Feedback zum Manuskript geben oder zur Qualitätssicherung Inhalte recherchierenTexte Korrektur zu lesen ist für viele aber wahrscheinlich die Tätigkeit, mit der sie die meiste Arbeitszeit verbringen.

Aber wie sieht der Produktionsprozess eigentlich aus und wie können freie Lektor*innen dabei helfen?

 

1 Der Produktionsprozess
2
Kreative Phase: Was machen Lektor*innen?
3
Herstellungsphase: Was machen Korrektor*innen?
4 Wie finde ich gute Lektor*innen?
5 Lesetipps

 

 

 

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Der Produktionsprozess

 

I. Kreative Phase (Lektor*innen und Texter*innen)

 

 

 

II. Herstellungsphase (Korrektor*innen)

 

 

 

 

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Kreative Phase

Was machen Lektor*innen?

 

Das eigentliche Lektorat ist eine Manuskriptprüfung oder ein Manuskriptgutachten und gibt Feedback zum Inhalt. Damit hilft es bei der inhaltlichen Weiterentwicklung einer Publikation.

Lektor*innen lesen, bewerten und kommentieren den Text. Sie prüfen dabei zum Beispiel, ob typische Aspekte der Textart (wie Sprache, Ausdruck, Stil) und des Mediums (wie Buch, Blog, Social Media) eingehalten werden. So wissen die für die Publikation Verantwortlichen, ob das Projekt vielversprechend ist und wie aufwendig eine Überarbeitung (eine „Redaktion“) ist.

In dieser Phase geht es nicht darum, Druckfehler zu beseitigen, neue Texte zu schreiben oder Sätze schöner zu formulieren: Das Korrekturlesen findet im Korrektorat statt, das Schreiben neuer Texte und Überarbeitungen der vorhandenen Texte finden beim Redigieren in der Redaktion statt.

 

Warum macht man das überhaupt?

 

Jedes Buch, das von einem Verlag herausgegeben wurde, wurde sorgfältig lektoriert. Verlage erhöhen so die Chance, dass das Buch am Markt angenommen wird und so einen Gewinn erwirtschaftet.

 

In welchem Stadium können Lektor*innen helfen?

 

(1) Wenn  die Inhalte entwickelt werden (Konzeptionsphase) oder
(2) Wenn der erste Entwurf der Texte geschrieben wurde.

In diesen Phasen können Tonalität und Textlänge noch beliebig geändert und zum Beispiel Lücken in der Argumentation geschlossen werden.

 

Kann das Buch im Anschluss sofort gedruckt werden?

 

Nein: Die Autor*innen müssen das Feedback/das Lektorat erst abarbeiten und selbstständig entscheiden, ob sie neue Texte schreiben (lassen wollen) oder alte Texte umschreiben (lassen wollen).

Lassen die Autoren eine andere Person den Text stilistisch oder inhaltlich überarbeiten, können Urheberrechte für den Bearbeiter entstehen.

Im Anschluss ist der Text fertig für weitere Lektoratsschleifen oder die Herstellungsphase.

 

 

 

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Herstellungsphase

Was machen Korrektor*innen?

 

Autor*innen und Lektor*innen haben den Text inhaltlich bearbeitet, die Korrektor*innen bearbeiten den Text im Anschluss formal. Das Korrektorat ist sollte dabei immer in der finalen Version des Manuskripts durchgeführt werden.

Korrektor*innen (engl. copy-editors) sollen sicherstellen, dass die für den Text geltenden Normen eingehalten werden. Normen wie zum Beispiel die Regeln der deutschen Rechtschreibung oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden.

 

Warum ist das wichtig?

 

Nach dem Korrekturlesen sind die Texte annähernd fehlerfrei. Das Korrektorat trägt so zur Qualitätssicherung bei.

 

Was machen die Autor*innen nach dem Korrektorat?

 

Die Autor*innen müssen entscheiden, ob die Korrekturen übernehmen werden sollen oder nicht. Für diesen Durchgang sollte genügend Zeit eingeplant werden – vor allem, wenn man mit dem Überarbeitungsbereich der Textverarbeitung oder den händischen Korrekturzeichen noch nicht gut vertraut ist.

 

 

 

 

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Wie finde ich gute Lektor*innen?

Da es in Deutschland keine geregelte Ausbildung für Lektor*innen oder Korrektor*innen gibt, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

 

  • Schauen Sie ins Impressum des Anbieters

    Sitzt der Dienstleister in Deutschland oder im (europäischen) Ausland? Auch wenn die Domainendung .de lautet, heißt es nicht zwingend, dass der Anbieter ein deutsches Unternehmen ist. Das muss nichts Schlimmes bedeuten, kann aber im Streitfall alles ein wenig komplizierter machen.
    Und wenn Sie gerade im Impressum sind: Schauen Sie doch auch mal kurz nach, ob der Betreiber noch andere Geschäfte im Internet betreibt. Jemand, der zum Beispiel gleichzeitig Lektor*in und Leiter*in eines Sicherheitsunternehmens ist, kann entweder beides sehr gut oder eben beides nur mittelmäßig.

 

  • Schauen Sie sich Bewertungen an

    Entscheiden Sie selbst, ob die Bewertungen natürlich aussehen oder ob sie gekauft sind. Einige Anbieter locken mit besonders günstigen Preisen, wenn im Vorhin eine gute Bewertung abgegeben wird.

 

  • Schauen Sie in die AGB

    Wird sich das Recht genommen, die Texte von Dritten oder externen Dienstleistern bearbeiten zu lassen? Für datenschutzsensible Menschen und die Rechtsabteilungen einiger Unternehmen wird hier ein Datenschutzrisiko bestehen: Sie wissen nicht, wer der tatsächliche Bearbeiter ist, in welchem Land sich dieser befindet, ob er die Texte weiterverarbeitet und was nach der Bearbeitung mit den Daten passiert.

 

  • Achten Sie auf Zertifikate oder Mitgliedschaften in anerkannten Verbänden und auf Weiterbildungen

 

  • Greifen Sie zum Hörer und reden Sie miteinander

    Wenn Sie sich mit dem Anbieter gut verstehen, mit seiner Arbeitsweise zufrieden sind und ein gutes Gefühl haben, ist das schon viel wert. Buchprojekte dauern eine längere Zeit – Sie müssen also gut miteinander auskommen.

 

  • Vergleichen Sie die Angebote

    Angebote sehen nur oberflächlich gleich aus: Überprüfen Sie, welche Dienstleistungen in den verschiedenen Angeboten enthalten sind – und welche nicht. Wird in dem Angebot z. B. darauf hingewiesen, dass keine Umsatzsteuer erhoben wird, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie es mit einem Kleinunternehmer zu tun haben. Das macht Kleinunternehmer für Privatpersonen attraktiv, Unternehmen haben keinen Vorteil (und bei großen Auftragsvolumina sogar eher Nachteile), wenn sie mit Kleinunternehmern zusammenarbeiten.
 

 

 

 

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Lektüreempfehlungen

  1. Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden - die deutsche Rechtschreibung : auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Berlin : Dudenverlag, 2017.
  2. VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2014.
  3. „Lektorat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Lektorat, abgerufen am 22.02.2020.
  4. Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.

 

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