FAQ Lektorat/Korrektorat

Aufgaben im freien Lektorat

In einem freien Lektorat fallen viele Aufgaben an: Mal muss man neue Texte schreiben oder alte Texte überarbeiten, mal Feedback zum Manuskript geben oder zur Qualitätssicherung Inhalte recherchierenam Ende kommt es aber immer zu mindestens einer Korrekturschleife im Korrektorat.

Die Frage lautet also: Welche Dienstleistungen gibt es im Lektorat und wie heißen diese?

Das eigentliche Lektorat ist eine Manuskriptprüfung oder ein Manuskriptgutachten und gibt den Autoren Feedback zum Inhalt. Damit hilft es bei der inhaltlichen Weiterentwicklung einer Publikation. Der Lektor liest, bewertet und kommentiert den Text. Im Anschluss überarbeitet der Autor den Text eigenständig. Meistens gibt es mehrere Durchgänge.

 


Lassen die Autoren eine andere Person den Text stilistisch oder inhaltlich überarbeiten
, können Urheberrechte für den Bearbeiter entstehen.
Man spricht dann von einer redaktionellen Bearbeitung, einem Werbelektorat, einer Textredaktion oder Ghostwriting.

 


Beim Korrektorat liest der Korrektor den Text vor den Satzarbeiten oder dem Druck Korrektur. Das Korrektorat findet statt, wenn der Text inhaltlich, strukturell und stilistisch final ist und veröffentlicht werden kann. Durch das Korrekturlesen wird ein möglichst fehlerfreier Text angestrebt.

 

1 Der Produktionsprozess
2
Kreative Phase: Was macht ein Lektor?
3
Herstellungsphase: Was macht ein Korrektor?
4 Wie finde ich einen guten Lektor?
5 Textkorrektur auf Knopfdruck
6 Lesetipps

 

 

 

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Der Produktionsprozess

 

Kreative Phase

 

Herstellungsphase

Die weitere Bearbeitungsdauer nimmt mit jeder durchlaufenen Stufe ab, da die Qualität der Texte durch jede Stufe besser wird.

 

 

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Kreative Phase

Was macht ein Lektor?

 

Ein Lektorat ist ein Gutachten oder Manuskriptfeedback (Satzbeispiel: „Erstellen Sie mir bitte ein Lektorat zu diesem Manuskript.“). Mithilfe eines Lektorats wissen die für die Publikation Verantwortlichen, ob das Projekt vielversprechend ist und wie aufwendig eine Überarbeitung (eine „Redaktion“) ist.

Lektoren prüfen dabei, ob typische Aspekte der Textart (wie Sprache, Ausdruck, Stil) und des Mediums (wie Buch, Blog, Social Media) eingehalten werden. So helfen sie den Autoren, gute und verständliche Texte zu verfassen.

Bei einem Lektorat geht es nicht darum, Druckfehler zu beseitigen, neue Texte zu schreiben oder Sätze schöner zu formulieren: Das Korrekturlesen findet im Korrektorat statt, das Schreiben neuer Texte und Überarbeitungen der vorhandenen Texte finden beim Redigieren in der Redaktion statt.

 

Was ist der Nutzen eines Lektorats?

 

Ein sorgfältiges Lektorat kann zur Zufriedenheit der Leser beitragen. Findet der Leser die Argumentation nicht schlüssig, sind die Texte langweilig oder nicht ansprechend formuliert, kann sich das negativ auf die Lesebereitschaft auswirken.

 

In welchem Stadium kann ein Lektor helfen?

 

Sie sollten einen Lektor anfragen, wenn (1) die Inhalte entwickelt werden (Konzeptionsphase) oder (2) der erste Entwurf der Texte geschrieben wurde. In diesen Phasen können der Text und die Textlänge noch beliebig ändern und zum Beispiel Lücken in der Argumentation schließen.

 

Kann das Buch nach dem Lektorat sofort gedruckt werden?

 

Nein: Die Autoren müssen das Feedback/das Lektorat erst abarbeiten und selbstständig entscheiden, ob sie neue Texte schreiben (lassen wollen) oder alte Texte umschreiben (lassen wollen). Im Anschluss ist der Text fertig fürs Korrektorat.

 

 

 

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Herstellungsphase

Was macht ein Korrektor?

 

Autor und Lektor haben den Text inhaltlich bearbeitet, der Korrektor bearbeitet den Text im Anschluss formal. Das Korrektorat ist eine Textkorrektur und sollte immer in der finalen Version des Manuskripts durchgeführt werden.

Das Korrektorat soll sicherstellen, dass die für den Text geltenden Normen eingehalten werden. Normen wie zum Beispiel die Regeln der deutschen Rechtschreibung oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden.

 

Warum ist ein Korrektorat wichtig?

 

Nach dem Korrekturlesen sind die Texte annähernd fehlerfrei. Das Korrektorat trägt so zur Qualitätssicherung bei.

 

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Korrektorat?

 

Die Texte können erst abschließend bearbeitet werden, wenn sie final sind. Das ist der Fall, wenn alle Lektorats- und Redaktionsschleifen abgeschlossen sind und die Texte freigegeben sind.

 

Was macht der Autor nach dem Korrektorat?

 

Der Autor kann letzten Endes entscheiden, ob er bestimmte Korrekturen übernehmen will oder nicht. Für diesen Durchgang sollte genügend Zeit eingeplant werden – vor allem, wenn man mit dem Überarbeitungsbereich der Textverarbeitung oder den händischen Korrekturzeichen noch nicht gut vertraut ist.

 

 

 

 

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Wie finde ich einen guten Lektor?

Da es in Deutschland keine geregelte Ausbildung für Lektoren oder Korrektoren gibt, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

 

  • Schauen Sie ins Impressum des Anbieters. Sitzt der Dienstleister in Deutschland oder im (europäischen) Ausland? Auch wenn die Domainendung .de lautet, heißt es nicht zwingend, dass der Anbieter ein deutsches Unternehmen ist. Das muss nichts Schlimmes bedeuten, kann aber im Streitfall alles ein wenig komplizierter machen. Wenn Sie gerade im Impressum sind: Schauen Sie doch auch nach, ob der Dienstleister noch andere Geschäfte im Internet betreibt. Jemand, der zum Beispiel gleichzeitig Lektor und Leiter eines Sicherheitsunternehmens ist, kann entweder beides sehr gut oder eben beides nur mittelmäßig.

 

  • Schauen Sie sich Bewertungen an. Entscheiden Sie selbst, ob die Bewertungen natürlich aussehen oder ob sie gekauft sind.

 

  • Schauen Sie in die AGB, wenn Sie eine Vermittlungsagentur beauftragen. Die Vermittler werden die Texte an einen externen Dienstleister schicken – darum ist es so günstig.
    Für datenschutzsensible Menschen und die Rechtsabteilungen einiger Unternehmen könnte hier ein Datenschutzrisiko bestehen: Sie wissen nicht, wer der tatsächliche Bearbeiter ist, in welchem Land sich dieser befindet und was nach der Bearbeitung mit den Daten passiert.

 

  • Achten Sie auf Zertifikate oder Mitgliedschaften in anerkannten Verbänden und auf Weiterbildungen.

 

  • Greifen Sie zum Hörer und reden Sie miteinander. Wenn Sie sich mit dem Anbieter gut verstehen, mit seiner Arbeitsweise zufrieden sind und ein gutes Gefühl haben, ist das schon viel wert. Buchprojekte dauern eine längere Zeit – Sie müssen also gut miteinander auskommen.

 

  • Vergleichen Sie die Angebote und überprüfen Sie, welche Dienstleistungen in den verschiedenen Angeboten enthalten sind – und welche nicht. Wird in dem Angebot darauf hingewiesen, dass keine Umsatzsteuer erhoben wird, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie es mit einem Kleinunternehmer zu tun haben. Das macht Kleinunternehmer für Privatpersonen attraktiv, Unternehmen haben keinen Vorteil (und bei großen Auftragsvolumina sogar eher Nachteile), wenn sie mit Kleinunternehmern zusammenarbeiten.

 

 

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Korrektorat auf Knopfdruck

 

Die Rechtschreibprüfungen der einzelnen Wortverarbeitungen haben immer noch Probleme dabei, einfache Tippfehler, die korrekte Worte ergeben („Internet“ und „Internat“, „Dach“ und „Fach“, „mit“ und „mir“, „online“ und „inline“, „Koma“ und „Komma“), als Fehler zu erkennen.

Auch bei der Kongruenz von Nomen und Verb muss der Algorithmus häufig passen. Duden Mentor erkennt keinen Fehler in dem Satz „Auch bei der Kongruenz von Nomen und Verb müssen der Algorithmus häufig passen“. Dasselbe gilt für den aktuellen Duden Korrektor (Stand bei beiden Tests April 2021).

Bei langen Texten kann ein menschlicher Korrekturleser also durchaus schneller zum Ergebnis kommen als die Kombination aus z. B. Duden-Korrektor, der Alarme oder Fehlalarme ausgibt, und Autor, der diese Alarme überprüfen muss.

Einen Testbericht zum Duden-Korrektor finden Sie beispielsweise auf dieser Seite im Blog des Lektorenverbands VFLL. Sie können auch selbst einen Test durchführen, indem Sie falsche und richtige Texte bei Duden Mentor eingeben.

 

 

 

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Lektüreempfehlungen

  1. Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden - die deutsche Rechtschreibung : auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Berlin : Dudenverlag, 2017.
  2. VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2014.
  3. „Lektorat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Lektorat, abgerufen am 22.02.2020.
  4. Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.

 

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