Korrektorat oder Lektorat?

Die Unterschiede einfach erklärt

 

Was ist der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat? Ein Lektorat hilft bei der inhaltlichen Entwicklung einer Geschichte, ein Korrektorat berichtigt die Art, wie die Geschichte verschriftet ist.

Mathias Stolarz | Freier Lektor ADM

Der Unterschied zwischen einem Lektorat und einem Korrektorat ist vielen Leuten, auch Kollegen, nicht bewusst. So entstanden in der Vergangenheit leider Dienstleistungen wie ein Korrektorat Plus Plus, Quickfix-Mini-Lektorate oder Ähnliches. Wegen der unterschiedlichen Benennungen haben es jetzt die verschiedenen Auftraggeber, seien es Agenturen oder Autoren, schwer, wenn sie Korrektoren oder Lektoren mit der Prüfung der Manuskripte beauftragen wollen.

Wo hört ein Korrektorat auf? Wo fängt eine stilistische Bearbeitung an? Wann handelt es sich bei der Textbearbeitung sogar schon um Ghostwriting oder Textredaktion?

Auf dieser Seite beschreibe ich, wie die einzelnen Begriffe normalerweise definiert werden.

 

 

1 Definition Lektorat: Was macht ein Lektor?
2 Definition Korrektorat: Was macht ein Korrektor?
3 Wie finde ich einen guten Lektor?
4 Wer bietet diese Dienstleistung an?
5 Korrektorat und Lektorat im Produktionsprozess
6 Lektorat und Korrektorat im Projektmanagement
7 Korrekturen am Bildschirm oder auf Papier
8 Textkorrektur auf Knopfdruck?
9 Lesetipps


 

 

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Definition Lektorat

Was macht ein Lektor?

 

Ein Lektorat ist eine Form der Textbearbeitung. Es kann sich um die Konzeptionierung eines Buchprojekts handeln, um ein Entwicklungslektorat während oder nach dem Schreiben, um ein stilistisches Lektorat, wenn der Inhalt des Buches schon steht.


Ein Lektor erarbeitet gemeinsam mit dem Autor verständliche, schlüssige und im besten Falle gern gelesene Texte. Der Lektor prüft, ob die genretypischen Aspekte (Sprache, Ausdruck, Stil) der Textgattung und des Mediums (Buch, Blog, Social Media) eingehalten werden. Es geht nicht um Rechtschreibfehler, sondern darum, ob bei Romanen der Plot verständlich ist, die Figuren glaubwürdig sind und ein Spannungsbogen vorhanden ist. Bei einem guten Lektorat wird deswegen konzeptionell und manchmal auch inhaltlich in den Text eingegriffen.

 

Ziel des Lektorierens ist ein optimierter Text.

Warum benötigen Texte ein Lektorat?

Ein gutes Lektorat kann zur Zufriedenheit der Leser beitragen. Findet der Leser die Argumentation nicht schlüssig, die Dialoge langweilig oder findet er Löcher im Plot, kann sich das negativ auf die Lesebereitschaft auswirken.

Bei einem gut lektorierten Text kann es sein, dass dem Leser die Marke oder der Autor im Gedächtnis bleibt.

Wann sollte man einen Lektor hinzuziehen?

Wenn die Inhalte entwickelt werden oder die Texte geschrieben wurden, auf jeden Fall aber vor der finalen Abstimmung. In dieser Phase kann man den Text und die Textlänge noch beliebig ändern und Wortwahl, Stil oder Lücken in der Argumentation schließen.

Was macht der Autor nach dem Lektorat?

Der Autor muss die Empfehlungen des Lektors oder der Lektorin prüfen und selbstständig entscheiden, ob er im Anschluss neue Texte schreiben oder alte Texte umschreiben will. Wie umgeschrieben wird, liegt in der Hand des Autors. Im Anschluss ist der Text fertig fürs Korrektorat.

Welche Unterarten gibt es?

Seit Kurzem gibt es mit dem Wissenschaftslektorat für Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und andere Abschlussarbeiten auch eine neue Unterart. Streng genommen handelt es sich dabei eher um eine Textkorrektur. Hier finden Sie weitere Informationen zum Wissenschaftslektorat.

Für Unternehmen, Verbände und Agenturen gibt es mit dem Werbelektorat ähnliche Dienstleistungen, die aber speziell an deren Bedürfnisse angepasst sind.

 

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Definition Korrektorat

Was macht ein Korrektor?

Bei einem Korrektorat wird auf inhaltliche Plausibilität geprüft, der Text wird aber nicht mehr umgeschrieben: Der schöpferische Prozess ist zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Autor und Lektor haben den Text inhaltlich bearbeitet (oder ein Grafiker hat den Text schon gestalterisch bearbeitet, siehe Was macht ein Lektor?), der Korrektor bearbeitet den Text nun formal.

Bei dieser formalen Prüfung des Manuskripts/Typoskripts oder des Umbruchs wird sichergestellt, dass bestimmte Normen eingehalten werden. Normen sind zum Beispiel die Regeln der deutschen Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik oder gestalterische Regeln, die für die Publikation gewählt wurden (Rat für deutsche Rechtschreibung, Duden, Wahrig, DIN 5008 des Deutschen Instituts für Normung, Hausregeln, Corporate Design).

 

Ziel des Korrekturlesens ist ein nahezu fehlerfreier Text.

Warum sollte man Texte Korrektur lesen lassen?

Ein annähernd fehlerfreier Text ist ein Qualitätsmerkmal. Besonders schwierig sind Tippfehler in Überschriften, Zwischenüberschriften oder Bildunterschriften, da diese schnell erkannt werden und das Vertrauen in die Kompetenz des Autors schmälern.

Wann sollte man den Text Korrektur lesen lassen?

Nachdem die Inhalte abgestimmt und final sind. Da der Text schon stilistisch verbessert wurde, kann sich das Korrektorat ausschließlich auf die Korrektur von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik konzentrieren.

Was macht der Autor nach dem Korrektorat?

Der Autor überprüft, ob er die angezeichneten Korrekturen annehmen will. Es liegt im Ermessen des Autors, bestimmte Korrekturen nicht anzunehmen.

Welche Unterarten des Korrektorats gibt es?

Hauskorrektur (der Setzerei), Fahnenkorrektur, Autorkorrektur, Umbruchkorrektur, Schlusskorrektur (manchmal auch Endkorrektur oder Endkorrektorat genannt)

 

 

 

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Wie finde ich einen guten Lektor oder eine gute Lektorin?

Eine geregelte Ausbildung gibt es in Deutschland weder für Lektoren noch für Korrektoren. Es ist daher ratsam, auf Verbandszugehörigkeiten oder andere Indikatoren zu achten. Wie bei jeder Dienstleistung gilt:

  • Vergleichen Sie die Angebote und überprüfen Sie, welche Dienstleistungen in den verschiedenen Angeboten enthalten sind – und welche nicht.
  • Reden Sie mit den verschiedenen Lektoren und Korrektoren. Wenn Sie sich mit einem Lektor oder Korrektor super verstehen, mit seiner Arbeitsweise zufrieden sind und ein gutes Gefühl haben, ist das schon viel wert. Buchprojekte dauern eine längere Zeit – Sie müssen also gut miteinander auskommen.
  • Achten Sie auf Zertifikate oder Mitgliedschaften in anerkannten Verbänden und auf Weiterbildungen des Lektors oder der Lektorin.

 

 

 

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Wer bietet diese Dienstleistung an?

Freiberufler – Verlagslektor – Nebenberufler – Textagenturen

 

Der Freie Korrektor, Lektor und Redakteur ist – im Unterschied zum Verlagslektor – Freiberufler.

„Freie“ arbeiten für verschiedene Auftraggeber: Privatpersonen (zum Beispiel Selfpublisher, Studenten oder Menschen, die ihre Bewerbungsunterlagen überprüfen lassen wollen), Agenturen/Unternehmen/Verbände/Vereine oder als „Außenlektorat“ für Verlage, die kein Personal für die eigentliche Textarbeit haben.

 

Freie Lektoren

Für die Kunden übernehmen freie Lektoren zum Beispiel das Projektmanagement einzelner Veröffentlichungen von der Idee hin zum Druck oder Launch. Hauptaufgabe ist aber immer noch die eigentliche Arbeit am Manuskript: Das Lesen, Hinterfragen und Kommentieren einzelner Textpassagen, damit der Autor den Text gegebenenfalls umschreiben kann.

Freie Lektoren sind hauptberuflich Lektoren, bilden sich häufig weiter und sind (manchmal nicht nur metaphorisch) rund um die Uhr für den Kunden erreichbar.

Viele Lektoren haben nicht unbedingt Germanistik oder eine andere Sprachwissenschaft studiert: Es gibt Fachlektoren, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie der Psychologie, der Medizin oder dem Maschinenbau kommen. Diese Lektoren kennen sich in der Materie aus, wissen, wie die Standards in diesen Fachbereichen sind und kennen die Terminologie innerhalb der Branche. Da bei einem Lektorat hauptsächlich inhaltlich konzeptionell und nicht formal korrigierend gearbeitet wird, ist es wichtiger, dass sie sich inhaltlich gut auskennen. Lektoren müssen nicht zwangsläufig gute Korrektoren sein. Das Korrektorat übernehmen im Anschluss:

 

Freie Korrektoren

Ursprünglich stammt der Korrektor aus dem Druckwesen. Setzer, die lange einen guten Job gemacht hatten und sich ein hervorragendes grammatisches Wissen angeeignet hatten, waren dort für die Prüfung der Texte kurz vor Druck zuständig, die auf schmalen Papierstreifen („Fahnen“) Korrektur gelesen wurden (Fahnenkorrektur, engl. galley proof).

Der Buchdruckerduden war 1903 als Nachschlagewerk für die Setzer im Korrektorat gedacht (der ein Jahr zuvor erschienene Duden sah mehrere Varianten für ein bestimmtes Lemma vor, der Buchdruckerduden sah keine Variantenschreibung mehr vor). So konnten Setzer bestimmte Wörter nachschlagen und innerhalb des Buches für Einheitlichkeit sorgen.

Heutzutage wird häufig auf einem Prüfdruck („Proof“) oder im PDF Korrektur gelesen, wobei das Lesen auf dem Ausdruck immer noch große Vorteile bietet.

Freie Korrektoren haben häufig Sprachwissenschaften studiert und sind mit Wortbildungsprozessen, Zeichensetzung und Grammatik bestens vertraut. Manchmal haben sie sich auch grafisch weitergebildet und können zusätzlich zum eigentlichen Text auch grafische Komponenten des Layouts prüfen (Umbruchkorrekturen, Korrekturen von Texten in einem bestimmten Layout nach z. B. Stylesheets).

 

Verlagslektoren und Verlagsredakteure

Der Verlagslektor/Verlagsredakteur ist ein Projektmanager und bestimmt häufig das Thema des Buches, die Gliederung der Inhalte und die sprachlichen Besonderheiten sowie den Terminplan und das Marketing. Er kümmert sich außerdem um den Einkauf der Lizenzen bei fremdsprachlichen Büchern und die rechtlichen Aspekte.

Verlagslektoren/Verlagsredakteure sind das Bindeglied zwischen den (oft externen und freien) Autoren, Übersetzern, Lektoren, Grafikern, Setzern und Korrektoren. In den Verlagen entscheidet sie darüber, ob sich bestimmte Manuskripte für die Veröffentlichung im eigenen Programm gut eignen oder nicht.

Das Lektorat findet man bei Verlagen, die Fiction veröffentlichen; die Redaktion findet man in Verlagen, die Non-Fiction veröffentlichen.

 

Textagenturen oder Vermittlungsdienste

Oft findet man im Internet Online-Lektorate, die auf ihren „großen Pool erfahrener Lektoren und Lektorinnen“ hinweisen. Meistens sollen diese sogar einen Doktortitel haben oder sind Professoren – und haben zusätzlich noch Zeit, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten oder andere Abschlussarbeiten von Studenten zu lesen. Ob es sich bei dem Dienstleister um eine Vermittlungsagentur handelt, sehen die Kunden meistens in den AGB: Häufig wird darauf hingewiesen, dass die Ausführung durch Dritte geschieht.

Der Auftraggeber hat bei diesen Agenturen keine Kontrolle darüber, wer die Arbeiten ausführt: Man kann sich den Bearbeiter nicht aussuchen (bzw. hat keinen Nachweis, dass es sich wirklich um Herrn Dr. Mustermann oder Frau Prof. Dr. Musterfrau handelt). Häufig werden auf den Webseiten auch Jobangebote für Studenten geschaltet, die dazu ermutigt werden, sich so das Studium zu finanzieren.

Die Ungewissheit darüber, wer den Text bearbeitet, wird auch dadurch erschwert, dass die Kunden oft nur mit einem Kundenbetreuer/Community Manager kommunizieren können, der zwischen den Bearbeitern und den Auftraggebern vermittelt.

Und zu guter Letzt muss man einem Unternehmen vertrauen, das im Kampf um die günstigsten Preise für Lektorat und Korrektorat vielleicht nur 2 € pro Normseite verlangt.

Man kann sich ausrechnen, wie viel bei den „erfahrenen“ Akademikern mit Doktortitel hängen bleibt.

 

Nebenberufler

Nebenberufler gehen normalerweise einem anderen Job nach und lektorieren nur nach Feierabend oder am Wochenende. Manchmal vor dem Fernseher, manchmal vor dem Einschlafen im Bett. Nebenberufler wollen oft nur per E-Mail kontaktiert werden, da sie während der regulären Arbeit nicht gestört werden wollen. Manchmal sind die E-Mail-Adressen einfache private Adressen, die auf web.de, gmx.de oder ähnliches lauten.

Der Vorteil von Nebenberuflern ist eindeutig der Preis. Keiner kann deren Preise auf Dauer mitmachen, da hauptberuflich Selbstständige die Krankenkasse und Rücklagen für die Rente aus eigener Tasche zahlen müssen. Nebenberufler sind über den Hauptberuf kranken- und rentenversichert und können darum, wie sie es nennen, „faire“ Preise (20–30 Euro die Stunde) bieten.

Der Nachteil ist, dass sich Nebenberufler selten im Bereich der Textbearbeitung weiterbilden und eilige Korrekturen jobbedingt auch nicht ohne Weiteres durchführen können.

 

 

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Korrektorat und Lektorat im Produktionsprozess

  1. Schöpferische, kreative Phase:

     
    Strukturelles Lektorat/Entwicklungslektorat

    (ca. 1–6 Normseiten pro Stunde)

    Prüfung des strukturellen Aufbaus des Manuskripts auf Vollständigkeit.

    Nach dem Entwicklungslektorat hat der Autor die Möglichkeit, die Vorschläge des Lektors zu prüfen und weiter an dem Manuskript zu arbeiten.


    Stilistisches Lektorat

    (ca. 1–6 Normseiten pro Stunde)

    Prüfung von Stil und Sprache.

    Nach dem stilistischen Lektorat hat der Autor die Möglichkeit, sich über einzelne Stilfragen Gedanken zu machen und diese im Manuskript zu vereinheitlichen.



  2. Korrekturphase:


    Korrekturlesen
    (ca. 5–10 Normseiten pro Stunde)

    Berichtigung von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung, Prüfung auf Konsistenz innerhalb der Publikation

    Nach dem Korrektorat ist das Manuskript fertig für den Prüfdruck.


    Fahnenkorrektur – Umbruchkorrektur – Schlusskorrektur
    (ca. 5–10 Normseiten pro Stunde)

    Nach der Fahnenkorrektur, Umbruchkorrektur und Schlusskorrektur ist der Proof fertig für die Massenproduktion.

 

Die weitere Bearbeitungsdauer nimmt mit jeder durchlaufenen Stufe ab, da die Qualität der Texte durch jede Stufe besser wird.


 

 

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Lektorat und Korrektorat im Projektmanagement

Eine hochwertige Textbearbeitung durch einen guten Lektor und Korrektor ist zeitintensiv und verursacht Kosten. Deshalb ist es im Projektmanagement wichtig,

  • einen realistischen Zeitplan einzuplanen,
  • mit realistischen Preisen zu kalkulieren und
  • eine realistisch erreichbare Qualität (bei z. B. durch kurze Bearbeitungsfristen, kein 4-Augen-Prinzip, knappes Budget) zu erwarten.

 

 

 

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Korrekturen am Bildschirm oder auf Papier

 

Die 132 Unterzeichner der Stavanger-Erklärung sind sich einig: Das Textverständnis beim Lesen auf Papier ist sehr viel höher als das beim Lesen am Bildschirm. Die Leseforscher der Forschungsinitiative E-READ haben Studien, bei denen 170000 Leser untersucht wurden, zusammengefasst und dabei einiges (für Lektoren durchaus spannendes) herausgefunden. Besonders unter Zeitdruck und sofern die Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Textes das gewünschte Ziel ist, empfiehlt es sich weiterhin, auf Papier zu lesen.

Die Arbeit mit Manuskriptdateien am Bildschirm hat aber natürlich – genau wie die Korrekturarbeit auf Papier – gewisse Vor- und Nachteile.

 

Vorteile der Bearbeitung am Bildschirm

  • Spart Papier, weil alles elektronisch bearbeitet wird
  • Keine Porto- und Transportkosten
  • Korrekturen werden einfach per Mausklick angenommen oder abgelehnt
  • Korrekturschleifen und Abstimmungen können schnell umgesetzt werden

 

Nachteile Bildschirm

  • Fehler am Bildschirm werden leichter übersehen
  • Große Dokumente müssen über eventuell über einen Filehoster verschickt werden (Datenschutz)
  • Da die Korrekturen vom Lektor oder Korrektor eingetippt werden müssen, dauert die Bearbeitung länger.

 

Vorteile der Bearbeitung auf Papier

  • Fehler sind auf Papier einfacher zu finden
  • Die eigentliche Korrekturarbeit geht schneller und ist dadurch günstiger
  • Spart Stromkosten, weil der Computer nicht für die Bearbeitung genutzt wird

 

Nachteile Papier

  • Langsamer Versand
  • Porto- und Transportkosten fallen an
  • Korrekturen müssen vom Autor erst in die Datei übertragen werden (Fehlerquelle)
  • Weitere Korrekturschleifen sind schwerer umzusetzen

 

 

 

 

 

 

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Textkorrektur auf Knopfdruck

 

Die Rechtschreibprüfungen der einzelnen Wortverarbeitungen haben immer noch Probleme dabei, einfache Tippfehler, die korrekte Worte ergeben („Internet“ und „Internat“, „Dach“ und „Fach“, „mit“ und „mir“, „online“ und „inline“, „Koma“ und „Komma“), als Fehler zu erkennen.

Auch bei der Kongruenz von Nomen und Verb muss der Algorithmus häufig passen. Duden Mentor erkennt keinen Fehler in dem Satz „Auch bei der Kongruenz von Nomen und Verb müssen der Algorithmus häufig passen“. Dasselbe gilt für den aktuellen Duden Korrektor (Stand bei beiden Tests August 2019).

Bei langen Texten kann ein menschlicher Korrektor also durchaus schneller zum Ergebnis kommen als die Kombination aus z. B. Duden-Korrektor, der Alarme oder Fehlalarme ausgibt, und Autor, der diese Alarme überprüfen muss.

Einen Testbericht zum Duden-Korrektor finden Sie beispielsweise auf dieser Seite im Blog des Lektorenverbands VFLL. Sie können auch selbst einen Test durchführen, indem Sie falsche und richtige Texte bei Duden Mentor eingeben.

 

 

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Lektüreempfehlungen

  1. Dudenredaktion (Hrsg.) : Duden - die deutsche Rechtschreibung : auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln. Berlin : Dudenverlag, 2017.
  2. Sailler, Johannes : Handbuch Korrekturlesen: Korrektur lesen, Korrekturablauf planen, Korrekturaufträge vergeben – mit Korrekturwissen von A bis Z. Norderstedt: BoD, 2017.
  3. VFLL (Hrsg.) : Leitfaden Freies Lektorat. Frankfurt, M.: VFLL, 2014.
  4. Wahrig-Redaktion (Hrsg.) : Brockhaus, Wahrig, Die deutsche Rechtschreibung. Gütersloh ; München : Wissenmedia in der Inmedia-ONE-GmbH, 2011.
  5. Witzer, Brigitte (Hrsg.) : Duden, Satz und Korrektur. Mannheim: Duden, 2003.

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